Rafael Marco

Musikalische Kurzbiographie

Musik hatte ich schon als Kind oft um die Ohren. Erst Papa mit der klassischen Gitarre, dann Mama mit der Blockflöte, dann mein grosser Bruder Alejandro, der damals Dirigent werden wollte (heute ist er Opernsänger) und zu entsprechenden Übungszwecken die Platte mit Tschaikowskys Nussknacker bis zum Durchleiern abspielte. Ich lag dabei auf meinem Bett und schaute fasziniert zu, wie er den Dirigenten-Stab durch die Luft wirbelte. Aber richtige action kam erst ins Haus, als mein ebenfalls älterer Bruder Claudio anfing, zu Hause mit seiner Band zu proben. Von da weg war meine Begeisterung nicht mehr zu bremsen.... zumindest nicht dauerhaft. Zwar konnten mich meine Eltern dazu überreden, erst mal klassischen Gitarrenunterricht zu nehmen (wofür ich ihnen heute dankbar bin). Ich willigte aber nur unter der Bedingung ein, dass ich nach fünf Jahren zur E-Gitarre wechseln durfte. Ich glaube, sie haben nicht wirklich damit gerechnet, dass ich mich daran erinnern würde, aber Deal ist Deal, und so bekam ich mit 15 meine erste elektrische Gitarre zum Geburtstag geschenkt. Kurz darauf schrieb ich mich in der Jazz-Schule Basel ein und besuchte das volle Programm mit Rhythmus-Schulung, Gehörbildung, Musiktheorie etc. Leider (oder zum Glück?) ist davon nicht allzu viel hängen geblieben. Wirklich hilfreich waren hingegen die Instrumentalstunden bei Thomas Moeckel. Von ihm sowie von meinem Bruder Claudio und meinen damaligen Band-Kollegen (Klassenkameraden der Rudolf Steiner Schule) habe ich viel gelernt. Unsere Schülerband ging leider auseinander. Aber bald darauf brachte Claudio den ersten Computer ins Haus, einen Atari ST 1, der – glaube ich – heute noch bei ihm im Schrank steht. Mit Notator, dem dazugehörenden Sequencer, entstanden trotz meiner damals fundamentalen Abneigung gegen Computermusik einige Songs, die ich später auf eine CD brennen liess. Von da an wurde das Equipment immer teurer und immer besser: erst der vierspurige Kassettenrecorder, dann das Alesi Drum-Modul, dann der Roland-Synthesizer, das achtspurige Audio-Logic... Bei der dritten CD war ich dann allerdings schon fast zu faul, überhaupt noch Gitarren-Spuren aufzunehmen. Der Gitarrensound konnte mit dem auf Perfektion getrimmten elektronischen Klangerzeugnis ohnehin nicht mithalten. Das änderte sich eigentlich erst, als Claudio anfing, richtig aufzurüsten und tausende von Franken in den Gitarrenklang zu investieren. So lag es auf der Hand, dass ich ihm meine Songs zur Nachbearbeitung übergab und unsere erste gemeinsame CD, „Stainless Steel Oscillarating“ daraus entstand. Dass ich mich seitdem vorwiegend als Bassist betätige, hat mit einem gemütlichen Nachmittag, einem Bett, einem Kopfhörer und einer Basslinie von Lee Sklar zu tun, aber das ist eine andere Geschichte. – Viel Spass auf unserer Homepage und danke für’s Reinschauen!